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Alt 07.06.2011, 19:43   #10 (permalink)
INNOCENT&CLUELESS
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Ist nur blöde dass das eingängliche Rohmaterial der Aufnahme nicht im Immernett verlinkt ist sondern nur das fertige Filmchen.

Aber zumindest hab ich meinen Kumpel im Immernett wiedergefunden, der macht jetzt nimmer nur Kameramann sondern ist auf Herstellung von Funkübertragungsstrecken für Video/Audosignale umgestiegen.

Nochmal, es ist nicht MEIN Werk sondern ich bin mehrfach bei Kameramännern (freien) aus Interesse und Langeweile mit auf Tour gegangen und hab die Schlampe für alles gemacht.

Primär ging es dabei auch darum Lösungen zu finden am Set für die Aufnahme im Freien. Wenn man eine Steady-Cam trägt kann man nicht mehr Bild beurteilen und Schärfe etc nachziehen. Das müssen Leute WÄHREND der Aufnahme an entfernten Plätzen machen. Nur wie bekommt man ein Rohsignal zur Beurteilung via Funk dort hin und das Steuersignal zurück zur Kamera. Selbst die Kamerahersteller hatten enweder sauteure und/oder unbrauchbare Lösungen.

Und weil ich dort halt rumstand hab ich halt auch bei den Soundleuten zugeschaut und auch beim Aufbau mitgeholfen und sie mit Fragen von der Arbeit abgehalten.

Dort habe ich alles aufgeschnappt was ich hier zum Besten gebe, mag ein halbes jahrzehnt alt sein, aber Physik ändert sich nicht wirklich grundlegend in so kurzen Zeiträumen.

Dort habe ich gelernt:

- Windabweiser plaziert man immer so weit wie möglich vom Mic weil es selbst auch Geräusche macht.
- je enger ein Array für Sourroundaufnahme arrangiert wird, umso kleiner ist das Delta mit dem man in der Nachbearbeitung arbeiten kann
- je mehr unabhängige Mics man hat, umso eher kann man Geräusche/Nuancen die man in der Nachbearbeitung haben/nicht haben will noch "retten".

Bei Aufnahmen von Musik und Gesang mag man da anders ran gehen, wenns vergeigt ist wird halt nochmal gejodelt.

Bei Aufnahmen von Schüssen oder Fahrgeräuschen ist eine Wiederholung auch nicht so dramatisch.

Die Leute, bei denen ich mit bin arbeiten aber mit Spezialausrüstungen für Aufnahmen bei denen es meist nur eine einzige Gelegenheit gibt oder der Setup irre teuer oder aufwändig ist.

Um jetzt den Bogen zum Ursprung der Diskussion oder besser zu den ehrabschneidenden Unterstellungen von Hämmerchen zu spannen:

Als ich die Fotos von den Soundaufnahmen von BIS (oder deren "Experten") gesehen habe hat mich das soffort an Fehler erinnert welche komplette Neuaufnahmen mündeten: Aufnahmen von Fahrzeugen auf einem betonierten Militärkasernehof.

Ist definitiv zu retten so dass immer noch brauchbarer Sound bei raus kommt, Frühschall/-echo rausfiltern und gut hat.
Würde man ohne Vergleich mit dem Original nicht merken, nicht mal ich.
Es ist aber eben nichts im Vergleich mit dem was möglich wäre.

Und dann Schusssound auf einem Schiesstand statt auf einem Militärübungsplatz im freien Feld aufnehmen.

Jeder, der schon mal auf einem Schiesstand war, weiss wie der Schall von mehreren Kugelfängen zurückgeworfen wird und was das für ein matschiges Geklatsche ist.

Entweder BIS hat geordert "so billig wie möglich, unsere Kunden können eh nicht sagen ob es HiFi ist" oder der "Soundexperte" ist ne Null.

Sicher kann man in der Nachbearbeitung mehrfachen Schall kompensieren/Filtern, aber es ist IMMER mit Verstümmelung und Verlusten verbunden, IMMER.

Wo hammer recht hat ist dass es reine Spekulation meinerseits ist was unter der Windjacke für Mics stecken.

Üblicherweise stecken sensible Mic mit fast perfekter Kugelcharakteristik drin oder nur leichter Bündelung.

Die Hersteller geben dies meist nur in 2D-Diagrammen an, eine "Tonne" ist zB ein Mic dass eigentlich aus mehreren einzelnen Mics besteht aber physikalisch in einem Stab arrangiert ist.

Äußerlich zum verwechseln ähnlich der "Elefantenpenis", auch ein Stab, aber mit ausgeprägter Ausrichtung und kleinen Nebenkeulen.

Mikrofone für Gesang und Saiteninstrumente sowieso, aber auch Mics für Schlagzeug/Pauke etc kommen bei Schallereignissen wie Schüssen in Bereiche, in denen man sich mit dem Ausdruck des Frequenzgangs den Pöter reinigen kann, weil er eben nicht mehr gilt.

Es ist auch kaum etwas dabei, was später in die Aufnahme einfliesst, es ist eben nur so das Mics recht einfach mit solchen Sachen zerstört werden können oder die (extrem niederfrequente(n)) Druckwelle(n) die Aufnahme aller anderen gleichzeitigen Schallereignisse überdecken oder unmöglich machen.

Kompaktmikrofon für Nahbesprechung CCM*40 - Technische Daten - SCHOEPS.de

Zitat:

Die übrigen Daten sind identisch mit denen der entsprechenden Mikrofonkapsel:
MK 40
Übertragungsbereich 80Hz - 20kHz
Empfindlichkeit 18mV/Pa
Ersatzgeräuschpegel (A-bewertet) 12dB-A
Ersatzgeräuschpegel (CCIR) 22dB
Geräuschpegelabstand (A-bewertet) 82dB-A
Grenzschalldruckpegel bei 0,5% THD 129dB-SPL

129 sind recht wenig, aber mehr als ausreichend für die eigentliche Bestimmung.

Es gibt Mics die geben 150 oder gar 220 an, die Energien, die dann auf das Mic einwirken sind dann schon gewaltig.

Mics mit solchen Werten sind rar und im Frequenzgang meist nicht so angenehm wie herkömmliche Mics.

Was macht man? Man plaziert das/die Mics weiter weg und hofft oder testet aus das einem von der Schallquelle keine arg gerichteten Schallkeulen entgehen. So wurde es mir jedenfalls vorgeturnt.

Döös war im wesentlichen mein Kluggeschiss.

Die Beschaffung von hammers "Beweismaterial" ist eine diffizile Angelegenheit, weil ebendieser Freund/Kumpel bei meiner 2. Hochzeit (mit derselben Frau) die Fotos schiessen sollte was ebendieser 2 Tage vorher absagte was widerum eine verbockte Reaktion meinerseits zurfolge hatte worauf wir seit 2006 kein Wort mehr gewechselt haben. Und an seine Kunden rantreten und um Rohmaterial anhauen wäre ein unfreundlicher Akt.

Deswegen brauchts halt ein weng länger.
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Geändert von INNOCENT&CLUELESS (07.06.2011 um 19:51 Uhr).
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