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Alt 10.06.2006, 17:45   #1 (permalink)
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Standard Verhaltensfrage eines Offiziers im Krieg

Hier ein Textteil aus einem meiner Lieblingsbücher. Der Gesamtkontext ist unwichtig.

Zitat:

[…] braucht man sich nur einmal in die Seele eines Hauptmanns des Südheeres zu versetzen, der im Rifkriege einen weit vorgeschobenen Posten befehligte, der als Keil zwischen zwei aufständische Berglandschaften getrieben war. Eines Tages erhielt er den Besuch von den Unterhändlern aus den westlichen Bergen. Freund und Feind saßen gerade beim Tee, wie es sich gehört, als eine starke Schießerei losging. Die Stämme aus dem östlichen Bergland griffen den Posten an. Da sagten die feindlichen Unterhändler zu dem Hauptmann, der sie gerade vor die Tür setzen wollte, um bei seiner Verteidigung unbehindert zu sein: „Heute sind wir deine Gäste. Gott erlaubt nicht, dass wir dich verlassen.“ Sie kämpften auch wirklich Schulter an Schulter mit ihm, taten das Ihre, den Posten zu retten, und stiegen nachher in ihre Adlernester hinauf.
Als nun aber der Tag herankam, an dem sie ihrerseits den Angriff unternahmen, schickten sie Abgesandte zum Hauptmann. Es entspann sich folgendes Gespräch:
„Neulich haben wir dir geholfen.“
„Gewiß!“
„Wir haben für dich dreihundert Patronen verschossen.“
„Gewiß!“
„Da wäre es recht und billig, wenn du sie uns wiedergibst.“
Und der Hauptmann fühlt sich zu groß, um einen Vorteil auszunutzen, den ihm die vornehme Gesinnung anderer verschafft. Er gibt ihnen die Patronen wieder, die sie morgen gegen ihn verwenden werden.

Was sind eure ersten Reaktionen darauf ? Und welche nach etwas Nachdenken ? Wie beurteilt ihr das Verhalten des Hauptmanns ?
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Alt 10.06.2006, 18:45   #2 (permalink)
Imperator fori nocturni - This sucks more than anything that has ever sucked before 10 Jahre hx3
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Standard AW: Verhaltensfrage eines Offiziers im Krieg

Entweder ist man ein Ehrenmann oder ein Arsch, so einfach klingt das grade für mich.
Falls sowas in realen Konfliktsituationen passiert und man nicht wegen Munitionsinventur eh schon den Kopf in der Schlinge hat, sollte (würde) jeder (nicht-Amerikaner) so handeln wie unser Hauptmann des Südheeres.

Rein aus Interesse: Welches Buch ist das?
__________________


Geändert von burns (10.06.2006 um 18:47 Uhr).
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Alt 11.06.2006, 09:23   #3 (permalink)
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Standard AW: Verhaltensfrage eines Offiziers im Krieg

Mich stört, dass dieser Hauptmann eine Truppe Soldaten unter sich hat auf die die diese Geschosse abgegeben werden. Sollte man da nicht eher das eigene Ehrgefühl für das Leben der eigenen Männer zurückstellen ? Diene ich lieber einem ehrenhaften Offizier oder einem der alles für seine Truppe tut ?

Ich finde diese Textstelle hat enorm viel Diskussionspotential und beweist mir persönlich wie sehr ein kriegerischer Konflikt in die Persönlichkeit eines Menschen eingreifen kann auch ohne dass er direkt daran beteiligt ist.

Die Stelle stammt aus dem Buch "Wind, Sand und Sterne" von Antoine de Saint-Exupéry.
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Alt 11.06.2006, 22:59   #4 (permalink)
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Standard AW: Verhaltensfrage eines Offiziers im Krieg

Die Priorität eines Offiziers muss bei seiner Truppe liegen. (von der übergeordneten Sache mal abgesehen) Wenn er mit dieser Handlung seine eigene Ehre über das Leben seiner Truppe stellt, ist es ein egoistischer Akt, der die Pflichten eines Offiziers verletzt.
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Alt 17.06.2006, 18:07   #5 (permalink)
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Standard AW: Verhaltensfrage eines Offiziers im Krieg

Ich finde der Offizier hat richtig gehandelt. Es war aber auch eine andere Zeit.
Wäre es ein ehrloser Offizier (man bemerke das sowas eigentlich ein Oxymoron sein sollte) gewesen hätte er die Unterhändler auch auf der Stelle erschiessen könnnen. Aber wenn man was angefangen hat muss man es auch zu ende bringen. Diese Männer haben genauso ihr Leben für ihn und seine Truppe in gefahr gebracht.
Schade das es sowas heute nicht mehr gibt.
__________________
virtuelle Luftlandebrigade 31
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Alt 29.06.2006, 13:56   #6 (permalink)
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Standard AW: Verhaltensfrage eines Offiziers im Krieg

Als langjähriger Soldat sehe ich das ähnlich. Dadurch dass die Unterhändler aus den westlichen Bergen bei der Verteidigung halfen, wurden sicher einige Leben der Soldaten des Hauptmanns gerettet.

Abgesehen davon ist Ehre im Krieg ein wichtiger Bestandteil. Sie sorgt für die wenigen menschlichen Aspekte im Krieg zu denen ich 4 Beispiele nennen möchte.

Ehre entscheidet:

- Ob man den verwundeten Kameraden mitnimmt oder einfach liegen lässt
- Ob man Abgesandte unter der Parlamentärsflagge "ermordet" oder ungehindert ziehen lässt
- Ob man wehrlose feindliche Verwundete einfach abschlachtet, oder ins eigene Lazarett bringen lässt
- Ob ein Waffenstillstand (zb zu Weihnachten) gehalten, oder das Wort gebrochen wird.

Wären alle in einem Krieg Involvierten Personen Ehrenmänner, wäre ein Krieg (ungeachtet der Schrecken und dem Leid den ein Krieg den Menschen zufügt) für alle Beteiligten zumindest psychisch einfacher zu überstehen. Schliesslich sitzen beide Konfliktparteien, ob sie wollen oder nicht, im selben Boot.
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